Übersicht Pflegegrade 1-5

Hier finden Sie eine kurze Darstellung der einzelnen Pflegegrade:

Was sind die Voraussetzungen, welche Leistungen kann man seitens der Pflegekasse beziehen?

Die Faktoren, die einen gewissen Pflegegrad bedingen, finden Sie nachfolgend aufgeführt.

 Pflegegrad 1

Der Pflegegrad 1 ist die niedrigste Stufe der Pflegebedürftigkeit und kommt für Menschen in Frage, die die Grundbedingungen für die Pflegestufe 0 bislang nicht erfüllt hatten.

Das heißt, dass mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz PSG II prinzipiell mehr Menschen als Pflegebedürftige gelten und somit die Chance auf eine Unterstützung seitens der Pflegeversicherung haben. Ein allgemeiner Irrtum ist, dass Menschen, die unter Pflegestufe 0 gefallen sind, nun in den Grad I eingeteilt werden.

geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (12,5 bis unter 27 Punkte)
Geldleistung ambulant  /
Sachleistung ambulant  /
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) 125€
Leistungsbetrag stationär 125€
bundesdurchschn. pflegebedingter Eigenanteil  /

Grundpflege: 27-60 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: bis 1x täglich
Nächtliche Hilfen: nein
Präsenz tagsüber: nein

 Pflegegrad 2

Der Pflegegrad 2 entspricht der Pflegestufe 0 und der Pflegestufe 1 ohne eingeschränkte Alltagskompetenz.

Im Unterschied zu den Pflegestufen wird man dem Pflegegrad 2 bereits mit einem geringeren Zeitaufwand an Pflege zugeordnet, was ein Entgegenkommen gegenüber den Pflegebedürftigen ist. Es wird, genau wie bei der Überleitung in alle folgenden Pflegegraden, jedoch noch einmal zwischen Pflegebedürftigkeit mit und ohne eingeschränkter Alltagskompetenz unterschieden. Dies wirkt sich auch auf die Gelder aus.

Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (27 bis unter 47,5 Punkte)
Geldleistung ambulant 316€
Sachleistung ambulant 689€
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) 125€
Leistungsbetrag stationär 770€
bundesdurchschn. pflegebedingter Eigenanteil 580€

Grundpflege: 30-127 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: bis 1x täglich
Nächtliche Hilfen: 0-1x
Präsenz tagsüber: nein

Grundpflege: 8-58 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: 2-12x täglich
Nächtliche Hilfen: nein
Präsenz tagsüber: weniger als 6 Stunden

 Pflegegrad 3

Dem Pflegegrad 3 entsprechen die Pflegestufen 1 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz, also meistens Demenz) und 2 (ohne eingeschränkte Alltagskompetenz).

Die Konsequenz ist, dass Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die bislang unter die erste Pflegestufe gezählt wurden, nun höhere Leistungen beziehen.

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (47,5 bis unter 70 Punkte)
Geldleistung ambulant 545€
Sachleistung ambulant 1298€
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) 125€
Leistungsbetrag stationär 1262€
bundesdurchschn. pflegebedingter Eigenanteil 580€

Grundpflege: 131-278 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: 2-6x täglich
Nächtliche Hilfen: 0-2x
Präsenz tagsüber: weniger als 6 Stunden

Grundpflege: 8-74 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: 6x täglich bis ständig
Nächtliche Hilfen: 0-2x
Präsenz tagsüber: 6-12 Stunden

 Pflegegrad 4

Menschen, die Leistungen der Pflegestufe 2 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz) und 3 in Anspruch genommen hatten, werden nun dem Pflegegrad 4 zugeteilt. Wiederum bedeutet dies eine höhere Einstufung von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (70 bis unter 90 Punkte)
Geldleistung ambulant  728€
Sachleistung ambulant  1612€
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) 125€
Leistungsbetrag stationär 1775€
bundesdurchschn. pflegebedingter Eigenanteil 580€

Grundpflege: 184-300 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: bis 2-6x täglich
Nächtliche Hilfen: 2-3x
Präsenz tagsüber: 6-12 Stunden

Grundpflege: 128-250 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: 7x täglich bis ständig
Nächtliche Hilfen: 1-6x
Präsenz tagsüber: rund um die Uhr

 Pflegegrad 5

Der Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad. Diesen Grad erhalten Menschen, die zuvor der Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz entsprachen beziehungsweise unter die Definition „Härtefall“ fielen.

Mit diesem Begriff werden Menschen bezeichnet, die einen außergewöhnlich hohen Pflegeaufwand erfordern. In diesem Grad wird seit 2017 hinsichtlich der Pflegeleistungen kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten gemacht.

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (ab 90)
Geldleistung ambulant 901€
Sachleistung ambulant 1995€
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) 125€
Leistungsbetrag stationär 2005€
bundesdurchschn. pflegebedingter Eigenanteil 580€

Grundpflege: 24-279 Minuten
Psychosoz. Unterstützung: min. 12x täglich
Nächtliche Hilfen: min. 3x
Präsenz tagsüber: rund um die Uhr

Falsch eingestuft – Widerspruch einlegen?

Wer glaubt, nicht in den richtigen Pflegegrad eingestuft worden zu sein, kann Widerspruch gegen die Entscheidung der Pflegekasse einlegen.

Sie haben nach Eingang der Einstufung einen Monat Zeit, Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen. Eine Begründung kann bis zu einem zusätzlichen Monat später erfolgen. Zusammen mit dem Widerspruch sollten Sie um Akteneinsicht in das Gutachten des MDK bitten. Vergleichen Sie die Feststellungen des Gutachtens mit dem Pflegetagebuch, das Sie im besten Fall geführt haben. Schreiben Sie eine ausführliche Begründung mit genauen Angaben.

Nach Sichtung des Widerspruchs entscheidet die Pflegekasse, ob ein neues Gutachten durch den MDK erfolgen soll. In diesem Fall wird Ihnen der MDK ein weiteres Mal einen Besuch abstatten, auf den Sie sich besonders gut vorbereiten sollten.

Sie brauchen Hilfe beim Widerspruch? Die Landesverbände des Sozialverbands VdK bieten umfangreiche Rechtsberatungen zum Thema an.